Meine Umstellung auf histaminarme Ernährung

Seit vielen Jahren, immer in Richtung Herbst, meldetete sich eine Winterdepression bei mir. Jedes Jahr, circa Ende September, Anfang Oktober.

Es war, als fehlte ein Funke in meinem Kopf, der es zuließ an meinem Leben teilzuhaben. Zu leben, anstatt zu überleben.

Ich hielt mich über Wasser. Unterstützend wirkten Cranberry-Kuren, oder nahrungsergänzende Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin D und auch meine Tageslichtimmitierende Lampe, die die gute Laune und das Wohlbefinden fördert.

Mir war stets bewusst, dass Ernährung Depressionen, Autismus, ADS/ ADHS und viele andere Thematiken positiv, sowie negativ beeinflussen kann.
Regelmäßig verzichtete ich in der Vergangenheit bereits zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unterschiedlichen Zeitlängen auf Lebensmittel und bestimmte Produktgruppen. Häufig war dies für mich mit Stress verbunden, weil es mir ohnehin schwer fiel Essen zuzubereiten und mich selbst (angemessen) zu versorgen.

Seit einem halben Jahr versorge ich mich nun wieder selber, bzw. meistere den Haushalt und alles was dazu gehört gemeinsam mit meinem Freund in unserer eigenen Wohnung. Dazu haben wir schon von Beginn an viel miteinander gesprochen und vorallem abgesprochen. Wir sind beide Menschen, denen eine Struktur im Alltag Halt gibt und die uns viel schaffen lässt.Dazu dann in künftigen Beiträgen mehr.

Häufig fühlte es sich in meinem Kopf an, als würde ein Funken fehlen. Ich hing durch und hing durch und hing durch. Bis der Tag verstrich und sich dem Nachmittag, Abend neigte. Dann wurde es besser und ich lebte plötzlich wieder.

Vergangenen Herbst hatte ich plötzlich täglich mit starken einseitigen Kopfschmerzen zu tun. Ich bekam ein heißes Gesicht und stundenlang waren meine Wangen rot und brannten wie Feuer. Es steigerte sich, sodass sich die Symptome zeitweilig bereits circa 30 Minuten nach dem Verzehr bestimmter Speisen bemerkbar machten.

Nach kurzer Zeit entschied ich mich, meine Ernährung zu ändern. Ich hatte nichts zu verlieren, schlimmer konnte es sowieso nicht mehr werden. Kopf und Körper signalisierten mir totale Erschöpfung und ich war bereit mich zu ändern, um aus dem Tal hinauf auf den Berg zu kommen.

Anfangs fiel es mir überhaupt nicht schwer und auch heute noch bin ich überrascht, wie gut ich es verinnerlichen und in meinen Alltag integrieren konnte.
Ich bemerkte schnell Veränderungen und es machte mich sprachlos, was für ein Wohlbefinden in mein Leben trat.

Den ersten Unterschied merkte ich daran, dass ich nicht mehr ständig müde war.
Ich hatte mich daran gewöhnt, am Tag mindestens einen Mittagsschlaf zu machen, um ihn erfolgreich zu überstehen und dennoch lag die Müdigkeit bis zu meinem Hoch am Abend bleiernd auf meinen Schultern.
Meine Aufmerksamkeit und Konzentration waren stark eingeschränkt, das Meiste strengte mich so an, dass ich Anforderungen an mich extrem herunterschraubte.

Plötzlich konnte ich den gesamten Tag wach sein. Bewusst da sein, bewusst im Moment existieren, Dinge wirklich wahrnehmen. Alles war auf einmal so anders.
Es liegt daran, dass ich nun anders bin.

Die Kopfschmerzen ließen vollständig nach, das rote Gesicht blieb aus.

Ich befinde mich in meinem ersten Winter ohne Depressionen.

Zum ersten Mal seit langem fühle ich mich machtvoll, aktiv statt passiv. Ich kann meinen Tag selber gestalten.
Als ich dies das erste Mal realisierte und es mir wirklich bewusst wurde, was dies für mich bedeutete, weinte ich vor Freude.
Dieses tiefe und reine Glücksgefühl bewahre ich im Herzen auf. Für jeden Moment, in dem es mir doch einmal schlecht gehen sollte.

Ernährung ist ein höchst individuelles Thema und ich halte nichts von Pauschalaussagen, man solle dies so tun und jenes anders. Gewisse Grundzüge übernahm ich und baute mir selber zum Gerüst, welches ich durch ständiges Ausprobieren ergänzte, verwarf und überdachte.
Beispielsweise esse ich keine Schokolade mehr, trinke keine Coca Cola und vermeide Fertigprodukte so gut es geht. Ich verzichte auf Tomaten, Paprika und vieles andere, wohingegen ich darauf achte, anderes in Maßen zu mir zu nehmen. So, wie mein Körper mir die entsprechenden Signale sendet.

Es gehört dazu, aufmerksam und reflektiert zu sein, sowie offen und flexibel. Ich achte genau auf mich, weil ich möchte, dass es mir gut geht.
Ich hatte mein persönliches Aha-Erlebnis, nie werde ich Essen und Ernährung in meinem Leben außer Acht lassen.

Zeitweise fühlte sich mein Kopf wie ein großer Raum an, den ich an „guten“ Tagen komplett ausfülle.
An „schlechten“ Tagen hingegen sitze ich in einer Ecke dieses Raumes. Kann nicht agieren und mich nicht bemerkbar machen.
Nicht oder nur kaum sprechen. Ich bin irgendwo, aber nicht da, wo ich sein möchte.

Nun überwiegen die guten Tage und die schlechten sind selten geworden.

Ich bin wieder da in meinem Leben

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2 Gedanken zu “Meine Umstellung auf histaminarme Ernährung

    1. Am klarsten nehme ich mich an der Schwelle zwischen wach sein und schlafen wahr. Vielleicht ist dies ein guter Anfang, sich in diesen Momenten zu fühlen.
      Ich muss dazu sagen, er sendet mir sehr deutliche Signale, wenn ich mein Verhalten/ die Situation/ die Ernährung etc. nicht anpasse auch schmerzhafte.
      Ich wünsche dir, dass du deinen Körper und was dir gut tut Stück für Stück immer besser kennen lernen wirst. 🙂

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