Es tut mir weh

Es tut mir weh dass ich traurig bin.

Wieso soll ich mich anpassen, über meine Bedürfnisse hinweg gehen und runterschlucken. Wieso soll ich mich Menschen anpassen, die ich nicht leiden kann, zum Großteil strunzendoof finde und die meinen Werten nicht entsprechen.

Wieso soll ich zur Verhaltenstherapie gehen um zu lernen so zu sein wie alle anderen? um zu lernen nicht aufzufallen, meine besonderheiten, das wass mich ausmacht worauf ich stolz bin meine charaktereigenschaften, interessen zu übergehen, um gleichgeschaltet zu sein.

ich mag nicht das haus verlassen. ich war seit wochen in keiner richtigen univeranstaltungen. ich habe keine winterdepression und kann trotzdem an manchen tagen nicht aufstehen.

ich kann nicht sprechen wenn es mir schlecht geht. bus fahren fällt mir schwer weil ich die gespräche nicht ertragen kann. ich kann gerade nicht einmal die rechtschreibung beim tippen korrigieren weil ich so erschöpft bin.

ein großer schritt, ich habe meinen pc angemacht. wisst ihr, ich konnte monatelang meinen pc nicht anmachen, einfach so. ich öffne kaum emails, weil der druck diese lesen und dann auch noch antworten zu müssen so groß ist.

ich lächle auch wenn ich oft einfach wütend bin. oder traurig. ich versuche zu schauspielern.

meine mama sagt, manchmal gehört das dazu. stark zu sein und sich auch mal durchzubeißen. ich beiße mich durch. und wenn ich jammer möchte ich kein mitleid haben. ich möchte nur zeigen, dass gehört dazu.

dies gehört zu allen menschen. alle haben schlechte tage, allen geht es mal schlecht.

ich weiß nicht was ich später arbeiten soll. ich weiß nicht wann ich mit meinem studium fertig bin. meine freunde sind fertig oder so gut wie fertig und mein ziel ist es von semesterbeginn an überhaupt zu den seminaren zu gehen und am ende zu schauen wieviele ich besucht habe.
und kaum einer sieht wie anstrengend dies für mich ist. wie viel energie es kostet so zu funktionieren wie die anderen es auch tun. so zu tun als wäre ich so.
es ist anstrengend immer wieder auf meinen autismus bei den dozenten aufmerksam zu machen. um extraregelungen zu bitten. ich bekomme die hände gereicht und bin sehr dankbar dafür. und ich schäme mich dass ich dies überhaupt nötig habe.

ich bin ein stolzer mensch.
ein stolzer mensch und ich muss zugeben, ich kann nicht immer alles so machen wie ich möchte. ich kann häufig nicht einkaufen gehen. ich kann nicht immer duschen wenn ich möchte. manchmal laufe ich tagelang im schlafanzug herum. ich vertiefe mich stundenlang in meine spezialinteressen und mich fertig zu machen, sodass ich wie eine junge, gepflegte frau aussehe gehe ich an wie eine wissenschaftliche arbeit.

ich bin gerne ich. komplett so wie ich bin. und es tut mir weh traurig zu sein denn ich mag mich so sehr. wieso bin ich traurig weil ich nicht bin wie andere?

ich fühle mich unheimlich leer und ich bin erschöpft.

ich wäre am liebsten weit weg an einem fernen ort, am liebsten am meer. ich möchte die weite fühlen. frei von euren strukturen.
ich möchte mich selber befreien.

meine mama sagt, wenn ich den bachelor habe, kann mir das freiheit geben. darauf arbeite ich hin.
ich würde gerne viel mehr schreiben. ich hoffe das bekomme ich hin.

meine wangen sind so heiß dass ich das gefühl habe sie explodieren gleich

ich denke nicht wie ihr. und doch kann ich euch nachvollziehen. bitte tut dies auch bei uns. versucht uns nicht nur als „anders“ zu sehen. wir sind wunderbare menschen.

ich wünsche jedem menschen, dass er zutiefst geliebt wird.

zum glück bin ich umgeben von menschen die mir helfen in dieser welt zurecht zu kommen. die mit mir üben, mensch zu sein. mir zeigen, was menschen so machen und machen sollen.

und doch lasse ich das was mich ausmacht nicht wegtherapieren.
Medikamente könnte ich verschrieben bekommen, wurde mir von einer ärztin angeboten, aber ansonsten könne sie mir nicht helfen.

noch habe ich keinen therapeuten gefunden, der sich wirklich mit autismus auskennt, oder sich überhaupt ein bisschen auskennt.

ich bin so erschöpft. doch werde ich morgen wieder aufstehen. und wenn es nicht auf anhieb klappt dann stehe ich am mittag auf. oder am nachmittag. und wenn ich nicht zur uni gehen kann dann suche ich mir eine beschäftigung die mir für den moment freude bereiten kann. ich besiege das selbstmitleid.

Meine Mama sagt, ich kann machen was ich möchte, hauptsache es geht mit gut.
Betrachte die Dinge die du bewältigst und geschafft hast. Mach das, was dir Freude bereitet und Für dich Sinn macht …

ich werde einen anderen weg gehen als ihr. ich werde einen anderen weg gehen müssen.

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