Meine grundsätzlichen Überlebensstrategien

Hallo meine Lieben,

die Uni hat mich wieder, der Alltag hat begonnen. Gott sei Dank. Endlich wieder ein Rhythmus, feste Zeiten und etwas zu tun.

Passend dazu möchte ich gerne einige ‚Überlebensstrategien‘ mit euch teilen. Wenn ihr euch für weitere Tipps und Tricks interessiert, stöbert doch einmal in meine Kategorien hinein, dort habe ich passende Beiträge unter „Überlebensstrategien“ zusammengefasst.

Immer etwas Bargeld dabei haben.
Besonders in den letzten Tagen ist mir aufgefallen, wie wichtig dieser Punkt mir persönlich ist.
Auch wenn ich es nicht benutze und wirklich „nur“ im Portemmonnaie mitführe, es vermittelt mir Sicherherheit.
Für den Fall der Fälle. Für das, was wäre wenn.
Wenn ich Hunger bekommen sollte, könnte ich mir etwas zu Essen kaufen.
Wenn spontan etwas gedruckt werden soll, könnte ich meine Kopierkarte aufladen.
Wenn ich etwas vergessen haben sollte, könnte ich es kaufen, um es dann da zu haben.
Es geht nicht um große Summen. Auch 2 Euro oder ein 5 Euro Schein stehen für mich für Sicherheit. Besonders wenn ich sie in dem kleinen Seitenfach in meinem Portemonnaie verstaue.
Dort wo ich es nicht gleich sehe und eine gewisse Erleichterung empfinde, linse ich hinein und sehe das Geld.

Bei meinem Familienmitglied ist es zum Beispiel so, dass es sich sicher fühlt, sobald ich bei gemeinsamen Unternehmungen für das Geld zuständig bin.
Ansich für alle Dinge, die so anfallen und die man mitnehmen sollte/ möchte.
Handy, Portemonnaie und etwas zu Trinken werden dankbar in meiner Tasche verstaut, sobald wir das Haus und anschließend mein Auto verlassen.
Auch das Auto ist nämlich so ein Ruhepol.
In dem man sich sicher fühlen kann.
Ein Ort, der einen schnell nach Hause bringen kann, sobald es einem nicht gut geht.
Meinem Familienmitglied gibt es Sicherheit, diese Dinge an mich weiter zu geben.
Es weiß, ich passe auf seine Sachen auf. Nichts geht verloren. Alles ist an seinem Platz; in meiner Tasche.
Soll etwas bezahlt werden übernehme ich diesen Part. Sprechen genauso.
Es hat seinen Halt dabei und alles scheint auf einmal etwas einfacher zu gehen.

Immer etwas zu Trinken dabei haben.
Ein vielleicht simpel klingender Punkt, doch in unserer Familie ist er essentiell.
Wir haben immer, einfach immer etwas zu trinken dabei. Trinken steht für Sicherheit.
Und Sicherheit ist wichtig.
Tabletten kannst du mit Trinken herunterschlucken. Zum Beispiel wenn du Bauchschmerzen hast.
Trinken stillt deinen Durst.
Selbst wenn du aus was für Gründen auch immer verhindert wärst, schnell nach Hause zu können, mit Trinken kannst du auch diese Zeit überbrücken.
Du wirst nicht verdursten.
Natürlich könnte man, gerade wenn man sich sowieso in der Stadt aufhält, auf den zusätzlichen Ballast einer Trinkflasche, oder in meinem Fall dann auf unsere zwei Trinkflaschen, verzichten, schließlich könnte man sich an jeder Ecke etwas zu Trinken kaufen.
Doch dies würde nicht die benötigte Sicherheit vermitteln.
Es muss immer und sofort etwas zu Trinken zur Verfügung stehen.

Ich möchte verdeutlichen, dass besonders so alltägliche und oft unscheinbare Dinge den Unterschied ausmachen können. Sensibilsieren, dass auch Kleinigkeiten die Welt bedeuten können.

Bestimmte Anziehsachen.
Meinem Familienmitglied ist es zum Beispiel an bestimmten Tagen nur möglich das Haus zu verlassen, wenn es ganz bestimmte Anziehsachen trägt. Und bitte auf gar keinen Fall, niemals eine Winterjacke. Ganz egal wie kalt es draußen ist.
Vielleicht ist es bei euch oder eurem Umfeld ähnlich.
Vielleicht hilft es, von diesem ganz bestimmten Kleidungsstück mehrere im Haus zu haben. Die eine Lieblingshose, die einfach perfekt ist, weil sie nicht drückt.
Der Pullover, der eine so große Kapuze besitzt, dass sie etwas über die Augen geht, aber auch nur soweit, dass man doch noch gut schauen kann. Einfach perfekt eben.
Die Mütze, mit der man sich einfach erst komplett fühlt.

Bei mir war es eine zeitlang so, dass ich einen ganz bestimmten Kapuzenpullover angezogen habe, sobald ich mich nicht wohl gefühlt habe, das Haus jedoch zur Uni verlassen musste.
Er hat nicht gedrückt.
Ich war ‚angezogen‘, sah nicht zu lässig aus und trotzdem konnte ich mich bewegen ohne das etwas drückte.
Dieser Pullover war meine Sicherheit. Mein Rückzugsort an Orten, an denen es keinen Rückzugsort gab.

Immer etwas zu Essen dabei haben.
Ähnlich wie beim Trinken vermittelt mir Essen ein tiefes Gefühl von Sicherheit.
Es ist fast unerträglich, der Gedanke, mich auf den Weg zu machen, ein langer Tag in der Uni steht bevor und ich habe nichts zu Essen dabei.
Ich brauche Essen.
Auch wenn es nur in der Tasche ruht und ich es nicht einmal heraushole.
Ich brauche die Gewissheit, dass es da ist.
Habe ich ohne Essen das Haus verlassen, zum Beispiel unter Zeitdruck, versuche ich beim Bäcker einzukehren. Mein versteckter Notgroschen kommt zum Einsatz.
Der Bäcker ist meine persönliche Überlebensstrategie Nummer 1.
Er hilft mir aus der Patsche.

Denn Essen ist mindestens genauso wichtig wie das Trinken.
Oft neige ich dazu, viel zu viel zu kaufen, wenn ich mich dann auf dem letzten Drücker mit Nahrungsmitteln eindecke.
Auch wenn ich eigentlich weiß, dies schaffe ich nie in dem Zeitraum zu essen.
Ich kaufe es trotzdem. Einfach damit es da ist. Einfach damit ich es habe.
Damit es in meiner Tasche ist. In meinem Besitz. Damit ich nicht verhungere. Ich brauche immer Essen in meinem Umfeld.

Oft kaufe ich es nur und schaue es an. Einfach, dass es da ist.
Ich muss es nicht essen um glücklich zu sein. Die Anwesenheit und besonders das Wissen diesbezüglich reicht vollkommen.

Essen, und besonders fehlendes Essen kann einen unheimlichen Stress in mir auslösen.
Am glücklichsten bin ich, wenn zu viel da ist.

Wenn ich weiß, was ich essen kann.

Einen „Entspannten Tag“ planen.
Wenn ich merke eine Woche schlaucht und ich bin nicht mehr bei hundertprozent meiner Kräfte, nehme ich mir bewusst einen entspannten Tag vor.
Meist plane ich ihn für den nächsten Tag.

Ich mache alles so wie immer, besuche meine Lehrveranstaltungen, gehe meinen Pflichten nach, aber unter anderen Gesichtspunkten.

Ich versuche, alles lockerer wahrzunehmen. Und mir an diesem Tag Freiräume zu gewähren.

Ziehe mich bewusst an, so dass ich mich wohlfühle. Nehme vielleicht etwas zu naschen mit in die Uni. Und bin insgesamt etwas lässiger mit mir.
Scholte mich nicht so schnell.

Morgen kann es gerne wieder stressig werden, aber heute lasse ich mich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Habe ich diese Grundeinstellung im Vorfeld für mich gefasst, gelingt sie mir in der Regel den gesamten Tag hindurch.
Und auch wenn ich allen meinen Pflichten nachgekommen bin, war ich nicht so gestresst wie an anderen Alltagen.

Eine gut sortierte Handtasche/ Ein gut sortierter Rucksack.
In meinem Beitrag „Staub in der Umkleide“ bin ich bereits auf einige Aspekte des Inhalts meiner Tasche eingegangen, die ich bei Unternehmungen mit mir führe.
Das Modell selber variiert regelmäßig, doch der Inhalt bleibt zum großen Teil gleich.

Er ist unerlässlich für mich und über Jahre hinweg erprobt und verbessert.
Vor ein paar Monaten zum Beispiel ist eine kleine Plastikbox hinzugekommen, wirklich winzig, die ein „Mini-Büro“ enthält.
Darin ist eine winzige Schere (keine Nagelschere, sondern eine echte Schere), ein kleiner Tesafilmabroller, ein Mini Textmarker, Heftnotizen und ein winziger Tacker, mit passenden Tackerklammern.

Ich war unheimlich glücklich, als ich es entdeckt hatte, denn einen Stift führe ich sowieso immer bei mir, aber eine Schere hatte mir noch gefehlt, allein um zum Beispiel Pflaster schneiden zu können.

Außerdem habe ich nun immer ein Paket mit solch, ich nenne sie mal WC-Schutzpapieren dabei. Diese habe ich von meinen Großeltern bekommen.
Wenn man auf eine öffentliche Toilette gehen muss/ möchte kann man diesen Sitzschutz aus Papier auflegen und ihn nach dem Benutzen einfach mit herunter spülen. Gerade für Frauen ist es ja vielleicht doch manchmal angenehmer sich hinsetzen zu können.
Manche Menschen können ihren Toillettengang gefühlte Jahre zurückhalten, doch diese Schutzpapiere sind praktisch für all jene, die dies nicht können.

Ebenfalls praktisch sind kleine Seifen Pads. Ihr könnt sie euch als hauchzarte, trockene Plättchen vorstellen, die ihr herausnehmen könnt und unter Wasser lösen sie sich dann auf und werden zu Seife.

In diesem Beitrag geht es wirklich um die grundsätzlichsten aller Überlebensstrategien, die ich mir über die Jahre hinweg angeeignet habe.
Die essentiellsten Bedürfnisse werden erfüllt und ein gewisser Grad an Sicherheit und Zufriedenheit kann dadurch bereits geschaffen und abgedeckt werden.

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5 Gedanken zu “Meine grundsätzlichen Überlebensstrategien

  1. Oh, – wie sehr ich mich in deinen Zeilen wiederfinde… 😉
    Zwar bin ich neurotypisch und männlich, habe daher andere Prioriäten. Auch ist die Uni nicht mehr mein eigentliches Biotop. Aber das Gefühl, bestimmte Sachen dabeihaben zu müssen, das kenne ich auch.
    Vorrangig ist das der Schlüsselbund: immer in der rechten Hosentasche und mit einer Kette am Gürtel befestigt. Und das Taschenmesser in der linken Hosentasche. Keines mit unzähligen Miniaturwerkzeugen, aber (außer der Messerklinge) mit einem hakenförmigen Flaschen- und Dosenöffner und einem Pfriem. Kaum zu glauben, wie oft ich diese Sachen gebrauche. Ohne Taschenmesser komme ich mir geradezu „nackt“ und hilflos vor. 😀
    Geld, Ausweis, der ganze Kartenkram, den es heute so gibt: auch das habe ich in den Hosentaschen, und zwar immer in den gleichen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Frauen ohne Hosentaschen zurechtkommen können! 😀

    Wenn ich jetzt anfangen würde, das Survival-Kit in meinem Rucksack zu beschreiben, käme ich an gar kein Ende! Kalender, Kuli, Kompass (echt jetzt!), Verbandszeug, Pinzette, Lupe…

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    1. Das kann ich unheimlich gut nachvollziehen, die Sachen die ich dabei habe benutze ich auch ständig. Besonders, wenn es Gegenstände sind, die nicht so geläufig sind.
      Diese werden dann von den Mitmenschen mitbenutzt, die dankbar sind, dass jemand soetwas tatsächlich dabei hat! 😀
      Was dem Mann seine Hosentasche ist, ist der Frau ihre Handtasche.
      Wenn ich probiere würde, alles so mitzuführen, ich könnte mich nicht mehr bewegen, so voll wären die Hosentaschen. 😀
      Hast du den Kompass schon oft benutzen müssen? 🙂
      Bei mir muss zur Orientierung mein Handy herhalten. Gott sei Dank gibt es die Funktion, dass man auch zu Fuß navigiert werden kann.
      Aber selbst das ist manchmal schwierig. Sprachen wir ja schon einmal darüber. 🙂

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      1. Liebe Anna,

        für die alltägliche Orientierung benötige ich den Kompass sehr selten. Auf Wanderungen in unbekannter Umgebung dagegen dauernd. Da habe ich ihn dann ständig griffbereit an einer Schnur am Hals hängen. Du kennst ja den Beitrag, wo ich darüber schrieb. (Für die Anderen: https://erdlingskunde.wordpress.com/2014/09/30/wie-ich-mich-orientiere/)

        Da ich mich für das Wetter interessiere und mir dazu auch manchmal Notizen mache, benutze ich ihn gelegentlich auch zur Bestimmung der Windrichtung.

        Aber dann gibt es noch einen weiteren Grund, einen Kompass dabei zu haben. Und der hat mit Orientierung gar nichts zu tun. Ich mag es einfach, auf die Windrose zu schauen und zu sehen, wie sich die Magnetnadel dreht, langsam einpendelt und dann zur Ruhe kommt. Das ist so eine kleine Mini-Meditation zwischendurch. Dabei komme ich aus selbst innerlich zur Ruhe. Vielleicht hat jeder so irgendetwas, was er nicht erklären kann, was aber irgendwie schön ist und entspannt. Ich hoffe es jedenfalls. 🙂

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      2. Guten Morgen Ismael,
        das klingt wirklich schön, mit der Mini-Meditation.
        Ich kann es mir bildlich vorstellen.
        Es ist spannend, von verschiedenen Menschen, die unterschiedlichsten Methoden zur Entspannung zu erfahren. Die individuellen Bedürfnisse und kleinen Besonderheiten, die den Alltag versüßen.
        Finde ich einfach schön den Gedanken. 🙂

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