Der Bus und ich; zwei ganz dicke Freunde

Seit Anfang diesen Jahres bin ich wieder auf die öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen. Ich lebe in einem Ort, in dem einmal in der Stunde ein Bus in unsere große Nachbarstadt verkehrt, was wirklich eine große Umstellung für mich war.
Nun hieß es wieder, püntklich und nicht auf dne letzten Drücker das Haus verlassen.

Schauen, dass ich eher einen Bus früher als zu spät nehme um auch wirklich rechtzeitig beim Seminar zu erscheinen.

Ich hatte etwas in der Stadt vergessen? Mist, heute habe ich keine Lust mehr reinzufahren, ich erledige es lieber morgen.

Für kleinere Besorgungen muss ich nun wieder viel mehr Zeit einplanen. Alles machbar. Jedoch musste ich mich erst einmal wieder daran gewöhnen.

Für mein Familienmitglied würde die Schwierigkeit bereits damit beginnen, eine Busfahrkarte erwerben zu müssen. Mittlerweile gibt es teilweise die Möglichkeit, dies online und im Vorfeld erledigen zu können.
Doch gehen wir von einer „Standard“-Situation aus, ist dies ein schwieriger Moment. Vorher wird erprobt, was am besten wie gesagt werden kann.
Sofern zumindest keines der übrigen Familienmitglieder mitfährt, die sonst das Ticket miterwerben würden.
Es wird also geprobt und mögliche Eventualitäten durchgesprochen. Das Geld wird genau passend abgezählt.
Die Busstrecke gegebenenfalls vorher noch einmal abgefahren oder durchgesprochen.
Ein genauer Punkt festgelegt, in welcher Höhe des Weges der Stopp-Knopf gedrückt werden sollte, um an der gewünschten Haltestelle aussteigen zu können.
Kopfhörer werden eingepackt, um die Umgebungsgeräusche ausblenden zu können.

Ist der Bus oder die Straßenbahn leer, finde ich die Fahrt damit sogar recht angenehm. Man muss sich um nichts kümmern und kommt dennoch an sein Ziel.

Ab einer gewissen Menge Menschen, oder das Pech wenige aber dafür unangenehme Mitfahrer zu haben, ist es dagegen nicht mehr so schön.

Sie sind laut. Erzählen häufig merkwürdige/ negative/ dumme/ nervige/ unnütze Dinge.
Sie können unangenehm riechen.
Sie nehmen viel Platz ein, besonders wenn sie am Gang sitzen. So kann man dann auch nicht mehr so toll aussteigen.
Stellt euch vor, es passiert etwas und ihr könnt nicht hinaus, weil ihr von einem Mitfahrer blockiert werdet.
Manche finden es nicht einmal unangenehm, Körperkontakt aufzunehmen. Wenn sich das Bein oder die Arme berühren.
Höchst unangenehm. Und ich finde wirklich, dass das einfach nicht sein muss!

Meine Situation momentan:
Ich steige Tag für Tag in ein miefendes lautes Ungetüm, dass mich von a nach b kutschiert.
Er liest mich auf, vor einer starken Rechtskurve und speiht mich wieder aus, mitten im Trubel meiner Lieblingsstadt.

Ich zwänge mich mit meinen Mitstreitern auf viel zu enge Bussitze, stets peinlich berührt und penibel darauf achtend mit Niemanden in Körperkontakt zu treten.

Erwidere das nett gemeinte Blödeln des Busfahrers mit einem irritierten Lächeln.

Wimmel den freundlich hechelnden Terrier mit einem kurzen Streicheln über den Kopf sanft ab.

Quetsche mich zwischen bunten Rucksäcken und aktuell modernen Turnbeuteln hindurch, die in Höhe meines Kopfes baumeln. Größer müsste man sein.

Ich zähle die Stunden, bis ich mich wieder hinter ein geliebtes Lenkrad schwingen kann. Frei, dorthin zu fahren wo ich möchte. Und wann ich möchte. Und mit wem ich möchte.

Gesegnet seist du oh Automobil, ermöglichst Du mir doch die Möglichkeit am Leben teilzunehmen ohne auf Bussitzen herumzurutschen. Die Bahn nur dank eines Schlußspurts zu erreichen und keine unangenehmen Menschen ertragen zu müssen.

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