Überlebensstrategien Essen #1

Ich möchte ehrlich zu euch sein.
Bezüglich Essen und der Nahrungsaufnahme habe ich noch keine „Überlebensstrategien“ für mich gefunden.

Mittel und Wege, die das Ganze vereinfachen und erträglicher machen, ja.
Aber nichts ultimatives, mit dem ich nun Tag für Tag mein Leben bestreiten kann.

Es ist sehr phasenabhängig. Mal klappt es. Mal klappt es nicht.

Ich versuche es immer wieder und bin auch oft der Meinung, den ‚richtigen‘ Weg gefunden zu haben, doch letztlich war es nie etwas langfristiges und oft fiel ich wieder in alte Muster zurück.
Genauer gesagt: in keine Muster.

Essen ist für mich etwas Ungewisses.
Ein Akt, den ich jeden Tag bestreite, der aber immer wieder anders ist.

Mir fehlt der rote Faden in dem Ganzen.
Die Anleitung.

Ich frage mich jedes Mal wieder aufs Neue, wie ich meinen Weg bestreiten kann.

 

In diesem Beitrag werde ich meine persönliche Sicht auf das Essen schildern.

Die Sicht von meinem Familienmitglied wandelt sich stark davon ab, vielleicht werde ich sie in einem anderen Beitrag aufgreifen und genauer beleuchten.

Essen ist einer der Punkte, der schnell großen Stress verursachen kann.

Dies fängt schon bei der Essensauswahl an.
Was esse ich bloß?
Wann esse ich es?
Wie bereite ich es zu?
Was kaufe ich ein? Wo? Wann?
Was brauche ich an Utensilien?
Wenn ich einige Komponenten nicht da habe, kann ich das Rezept dann trotzdem machen, nur eben vielleicht anders?

Bereits als Kind hatte ich eine interessante Beziehung zum Essen.
Ich aß wenig.
Ich mochte wenig.
Neues probieren wollte ich gar nicht.
Das was ich mochte aß ich gerne und stetig, alles andere war nicht in meinem Fokus.

Schwierig wurde es für mich persönlich mit dem Übergang zur weiterführenden Schule.

Ich war auf einmal viel später zuhause. Und das nach der Mittagessen Zeit.
Was machte ich bloß?

Als dann der Schulwechsel erfolgte und ich nun auch noch eine längere Warte- und Fahrzeit in Kauf nehmen musste, geriet ich vollends aus dem Konzept.

Ich aß viel zu wenig. Unregelmäßig und nicht wirklich gesund.

Durch den Stress bekam ich Magenprobleme und wollte noch weniger essen.

Irgendwann begann ich Essen zu horten. Essen in der Pause zu kaufen. Viel Essen. Zu viel Essen.

Zuhause packte ich mir riesige Dosen voll bis oben hin und versuchte sie während der Schulzeit zu essen.
Im nachhinein erscheint mir das alles völlig idiotisch, doch zur damaligen Zeit wusste ich mir nicht anders zu helfen. Das Bedürfnis zu stillen.

Wo bekomme ich Essen her?
Bereite ich es besser zuhause zu oder kaufe ich mir welches?
Wenn, wie viel bereite ich vor, oder wie viel kaufe ich ein?
Und vor allem; was?

Ich gewann in meiner Schulzeit nie ein gesundes Mittelmaß.

In der Theorie wäre es mit Sicherheit möglich gewesen.
Die Pausen waren immer zur selben Zeit.
Die Busse fuhren jeden Tag gleich und trotzdem gelang es mir nicht.

Essen war für mich Stress. Und Glück zugleich, sobald ich etwas hatte.

Besonders schwierig wurde es für mich im Jahre 2012.

Ich fing an zu studieren und zog zugleich in meiner erste eigene Wohnung.

Das bedeutete; Essen alleine zubereiten. Und Essen und Universität unter einen Hut zu bekommen.

Es endetete damit, dass ich zuhause nichts mehr aß.
Wenn nur fertige Produkte, wie Müsliriegel, die ich nur auszupacken brauchte oder Dinge vom Bäcker.
Ich schaffte es nicht, meine Menge an Nahrungsmitteln so zu managen, dass mein Kühlschrank angemessen gefüllt war. Oft war zu viel drin, was ich dann nicht vollends verbrauchte.

Letztes Jahr zog ich wieder nach hause.
Und mir war bewusst: Ich muss etwas ändern.
Grundlegend etwas ändern.

Im folgenden möchte ich euch nun gerne einige meiner Strategien bezüglich des Essens vorstellen.
Sie sind noch lange nicht bis ins letzte ausgereift, helfen mir aber bereits ganz gut.

1.) Ein wichtiger Aspekt ist der reine Fakt, dass ich wieder zuhause wohne.
Als ich meinen eigenen Haushalt führte, bereitete mir das Geld große Sorge. Ich hatte nie zu wenig, beziehungsweise, ich besaß immer genug, war jedoch stets von Sorgen begleitet, es könne mir ausgehen.
Oder ich könne mir dies und jenes nicht leisten, denn dann hätte ich nicht mehr genug  finanzielle Mittel.
Genug Geld für was ist nun die Frage, doch ich weiß es nicht.
Es bestand kein konkreter Anlass, kein bestimmter Gegenstand auf den ich dann hätte verzichten müssen.
Es war eine abstrakte Angst, die mich begleitete und sich immer mehr in mein Leben schlich.
Sie kroch unter meiner Haustür hindurch und ließ mich nicht mehr los.
Wie ein Schatten verfolgte sie mich, auf Schritt und Tritt.
Egal welche Entscheidung ich traf, sie kreiste über mir wie ein Aasgeier.
Ich hatte Angst Geld auszugeben.
Ich hatte Angst Essen zu kaufen, denn es war mit Geld ausgeben verbunden.
Ich hatte Angst vor der Tatsache alleine zu leben.
Alleine leben kostete Geld und diese Angst wurde immer größer und diffuser.
Ich fing an Geld zu horten.
Und an den Lebensmitteln zu sparen.

 

Ich hatte Probleme nach Rezepten zu kochen.
Ich empfand die benötigten Lebensmittel stets als sehr teuer und es lähmte mich.
Ich konnte sie nicht kaufen. Ich konnte dieses Essen nicht zubereiten.

Hatte ich ein Rezept im Kopf, fehlte mir jedoch eine Zutat, konnte ich es nicht mehr zubereiten. Selbst wenn ich alle anderen im Haus gehabt hätte.
Ich war nicht in der Lage zu improvisieren. Wegzulassen. Umzudenken.

Das Rezept und der Vorgang waren in Stein gemeiselt. Und ich nicht in der Lage ihn zu zertrümmern.

Es steigerte sich so sehr, dass ich irgendwann nur noch zuhause bei meinen Eltern aß.
Ich verzweifelte.
Bereitete mir bei meinen Eltern Brote zu und nahm sie in Brotdosen mit zu mir in meine Wohnung, um dort etwas essen zu können.
Die leeren Dosen nahm ich anschließend am nächsten Tag wieder mit zu meinen Eltern, damit sie dort abgewaschen werden konnten. Um sie schließlich mit neuem Inhalt zu befüllen.

Ich gehe gemeinsam mit meiner Familie einkaufen. Ich kann frei entscheiden, was ich essen möchte und bin durch keine Angst gelähmt. Dies gibt mir Freiheit zurück.

Wir haben immer etwas zu essen da. Immer. Ich kann, wenn ich wollte, immer etwas essen.

2.) eine Spülmaschine besitzen
Ich habe Abneigungen gegen das Abwaschen. Also bereitete ich kein Essen mehr zu. Ich finde es nicht schön, Töpfe und Pfannen abzuwaschen. Benutztes Besteck, auf welchem vielleicht bereits das Essen eingetrocknet ist.
Ich mag es nicht, wenn das Geschirrtuch immer feuchter wird und das Spülwasser nicht mehr so schön ist, wie frisch nach dem Einlassen.
Das Spülen schob ich vor mir her, bis sich irgendwann ein Stapel an benutzten Tellern in meiner Küche stapelte und der Elan, diesen zu bewältigen immer geringer wurde. Ein Kreislauf.
Dementsprechende Lösung; Einfach gar kein Geschirr mehr benutzen. Dies schließt dann zwar das Kochen und auch Brote machen mit ein, doch so hatte ich wenigstens nichts zum Spülen.

3.) Kochbücher mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Ich besitze eine handvoll Bücher dieser Art.
Die Rezepte sind übersichtlich und genau erklärt, jeder Arbeitsschritt bebildert.
So lese ich nicht nur, was ich in der Theorie zu machen habe, sondern sehe das Ganze auch gleichzeitig abgebildet auf dem Bild.
Kann schauen, wie die Person das Fleisch gehalten hat und das Schneidemesser, und mich so Schritt für Schritt herantasten. Ich besitze einige Bücher, in denen die Klassiker der deutschen und internationalen Küche erklärt werden und habe auch schon etwas davon umgesetzt.

Überlegen muss ich immer noch stark, wenn es daran geht, die Lebensmittel „kochfertig“ zu machen. Also das Fleisch vorzubereiten, das Gemüse richtig zu schneiden etc.. Ich bin sehr sehr langsam dabei und muss immer noch viel überlegen. Doch das ist auch eine Übungssache.

4.) Erklärvideos
Mit vielen Lebensmitteln hatte ich in meinem Leben bisher geringe oder keine Berührungspunkte.
Deshalb ist es eine große Hilfe für mich, mir Videos darüber im Internet anzuschauen.
Mittlerweile gibt es für die absurdesten Dinge Internetvideos, warum nicht eine ganz bestimmte Plattform nutzen und eine Hilfestellung bei der Essenszubereitung erhalten?

5.) Immer Essen da haben
Obwohl ich nun wieder in einem gemeinsamen Haushalt lebe, habe ich nach wie vor in meinem Zimmer Lebensmittel.
Eingepackte Dinge wie Kekse oder Süßigkeiten. Die ich schnell, wenn ich auf dem Sprung bin in meine Tasche werfen und mit ihnen das Haus verlassen kann.

6.) Kochboxen
Durch meine Mama sind wir im Internet auf Kochboxen gestoßen. Sie sollten mir eine Hilfestellung zum Zubereiten meines Mittagessens geben, da ich mit ihnen keine Probleme beim Auswählen eines Rezeptes hätte und der Großteil der Zutaten dann auch noch direkt mitgeliefert werden.
Wir probierten eine handvoll unterschiedlicher Marken aus und am besten gefallen mir die Boxen von Kochzauber.
Die Rezepte sind übersichtlich auf Karten in Postkartengröße verfasst.
Ein Rezept pro Karte, sodass man es bequem auf der Arbeitsfläche neben der Essenszubereitung liegen haben kann.
Am besten gefällt mir, dass der Großteil der Zutaten bereits abgepackt ist. In den Mengen, wie man sie für das Rezept benötigt.
Dies erleichtert das Zubereiten und Kochen ungemein. Es werden bio Produkte versendet.
Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich keine Kooperation mit dieser Firma besitze, sondern ich diese Idee einfach gerne mit euch teilen möchte. Sie kann den Alltag erleichtern, weil sie auch den Einkauf der Lebensmittel erspart. Einige Standards, wie Salz oder Butter sollte man im Haus haben, doch der Rest, wie z.B. Fleisch, Fisch und Paniermehl wird geliefert.
Um euch das Ganze zu veranschaulichen, haben Mama und ich passend zur Weihnachtszeit die Adventsbox bestellt.
Ich habe bereits ein Plätzchenrezept umgesetzt, Engelsaugen.

 

box

 

Frische Produkte und Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, sind in den Kochboxen in einer Kühltasche mit Kühlpacks verstaut. Es ist wichtig, die Box direkt nach Erhalt auszupacken. Uns ist es schon einmal passiert, dass das Kühlpack sich aufgelöst hatte und die Tasche inklusive dem Paket und einige der enthaltenen Lebensmittel durchgenässt waren.

 

Dies ist der Inhalt der Adventsbox:

Utensilien

 

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum Verzieren des Lebkuchenmannes. Die einzelnen Schritte der Rezepte sind nicht einzeln bebildert, jedoch fiel mir das Zubereiten der Engelsaugen nicht schwer. Es wird eine verständliche Sprache gewählt und die Arbeitsschritte waren hintereinander durchführbar.

Manchmal soll man laut Rezept Kochschritte gleichzeitig bewältigen. Dies kann ich leider nicht, deshalb mache ich das Ganze immer nacheinander.

 

rezept

 

Im Vorfeld bereite ich Schritte wie Paprika schnippeln, Fleisch waschen und die Kochutensilien herauslegen vor, sodass ich alles parat liegen habe, wenn es ans Eingemachte geht.

 

Beim Teig hatte ich Anfangs einige Probleme, er ist mir etwas zu klebrig geraten, doch mit Ausdauer habe ich dann doch gesiegt und er wurde etwas cremiger.

 

teig

 

Die Backbleche bereite ich auch stets im vorfeld vor. Ebenso wird der Ofen vorgeheitzt. Alles was vorzubereiten ist, bereite ich vor. Dann verliere ich nicht so schnell den Überblick.

 

backblech

 

Das Plätzchen befüllen ging schnell von der Hand. Im Hintergrund beglückte mich diverse Weihnachtsmusik. Liebingsjahreszeit; ich bin bereit!

 

Engelsaugen

Dies ist das fertige Ergebnis und ich muss sagen: Die Engelsaugen schmecken uns gut! 🙂

 

Keks

 

 

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