Wien, du warst wunderbar!

Vergangenes Wochenende durfte ich zum zweiten Mal in den Genuss dieser traumhaft schönen Stadt kommen;

Wien, ich bin verliebt!

Nach gefühlten tausend Mal Koffer ein, aus- und wieder umpacken kam ich unter die magische Grenze von 8 Kilogramm, Erleichterung breitete sich aus und der Flug konnte kommen, Wien, ich freute mich so auf dich!

Konnte es kaum erwarten, zählte Wochen, Tage und am Ende Stunden bis zu meiner Ankunft bei dir.

Die erste Begebenheit, dir mir positiv im Gedächtnis bleiben wird, war die Erkenntnis, wie bequem es ist, mit Handgepäck zu verreisen. Hat man erst einmal ausgelotet, was alles in den Koffer passt und darf, wird er einem von dort an nicht mehr von der Seite weichen. Keine Angst, dass er bei einem Flug vielleicht verloren und an einem völlig anderen Ziel als man selber ankommen wird.
Kein lästiges Warten bei der Gepäckabgabe und ebenso keines, wenn man seinen Koffer nach der Landung wieder abholen muss/ möchte.

Ebenfalls checkte ich bei diesem Flug zum allerersten Mal online ein. Dies machte mich anfangs sehr nervös und ich nervte mein Umfeld mit immer wiederkehrenden Floskeln. Wollte gerne als erste in die Schlange stürmen („Anna, das Flugzeug wird nicht ohne uns fliegen, auch wenn wir noch einen Moment sitzen bleiben.“) und am allerliebsten bereits eine Ewigkeit vor Abflug am Abfluggate stehen.
Meine Freundin setzte sich durch und wir gingen alles etwas lockerer an.
Schafften vor unserem Abflug sogar noch viele Dinge, die ich alleine mit Sicherheit nicht gesehen hätte, da ich schon seit den Mittagsstunden am Flughafen campiert hätte.

 

Albertina

Neben einem reichhaltigen kulturellen Programm war unser Aufenthalt vorallem durch eines geprägt;
vielem leckeren Essen!

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Forscher, für die tollen Tipps, die er mir im Vorfeld hinsichtlich möglicher Lokalitäten gegeben hatte.

Sachertorte

Neben der Sachertorte, die natürlich nicht fehlen durfte, kehrten wir in der Wiener Hofzuckerbäckerei ein und ließen es uns bei einem Stück Torte so richtig gut gehen.

Estherhazytorte                 Haustorte

 

Einen bleibenden Eindruck hat bei mir hinterlassen, Teil dieses atemberaubenden Lichtermeers zu sein, das sich am Samstag auf dem Heldenplatz erstreckte, um ein Willkommenszeichen für die Flüchtlinge zu setzen. Ganz besonders die Schweigeminute; Gänsehaut pur!

Als ebenfalls unglaublich empfand ich das Naturhistorische Museum, allein die tollen alten Schränke, in denen die kostbaren Schätze präsentiert wurden, sind einen Besuch und Moment der Würdigung wert.

 

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Kein Gedränge, kaum Menschen, ruhige Momente, um die Vitrinen und Exponate eingehend studieren und betrachten zu können. Ich genoss es sehr, mich in den hohen wunderschönen Räumen aufzuhalten.

 

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In Wien bewohnten wir ein Appartement, welches uns die Möglichkeit bot, morgens in Ruhe in unserer eigenen Küche frühstücken zu können. Im Schlafanzug oder frisch nach dem Duschen. Kein hektisches fertig machen, bevor das Frühstücksbuffet erstürmt werden konnte, dieser Start in den Tag kam uns sehr gelegen.
Bei Bedarf hätten wir auch in der Küche kochen können, entschieden uns jedoch immer spontan vor Ort zu essen, an dem wir uns gerade befanden und Hunger verspürten.

Das Appartement lag direkt neben einer der vielen gut ausgestatteten U-Bahn Stationen Wiens und dank der Wien-Karte kamen wir 72 Stunden lang in den Genuss, das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel voll ausschöpfen zu können.
Keine langen Wartezeiten und gefühlt immer eine Bahn zur Stelle, wenn wir eine brauchten; besser könnte ich es mir gar nicht vorstellen!

 

Bei unserer Abreise machte uns Wien das schönste Geschenk:

 

Nacht

Abschließend möchte ich ein kleines Resümee ziehen:
Ich kann ein Wochenende in Wien wärmstens empfehlen.

Ebenfalls ein Aufenthalt in einem Appartement ist eine Überlegung wert, da Essen außerhalb auf Dauer natürlich auch seinen Preis hat und man, wenn man das Bedürfnis hat, in Ruhe zuhause, ohne andere Menschen, speisen kann.
Ich persönlich hätte damit kein Problem, aber ich kenne aus Erfahrung mit meinem Familienmitglied, dass ein Weg zum Buffet, um sich Speisen aufzutun, sehr stressig und hinderlich sein kann.
Manchmal schlagen die vielen hektischen Menschen um einen herum einfach auf den Magen, das Servierbesteck mag nicht angefasst werden und letzendlich ist es auch schwer eine Entscheidung bei dem reichlichen Angebot an Gerichten treffen zu können; alles sieht lecker aus, wie erkenne ich, was ich davon jetzt am besten essen möchte? Und wie viel?

Wir hatten dementsprechend einen ruhigen Start in den Tag. Am Ankunftstag deckten wir uns mit einigen Dingen, wie beispielsweise Aufschnitt ein. Brötchen aßen wir jeden Morgen frisch vom Bäcker, doch da ein Toaster in der Küche vorhanden war, hätte also auch ein Weißbrot geholt werden können, um in den Genuss warmer Toasts zu kommen.

Ich würde ans Herz legen eine „Wien Karte“ zu kaufen. Mit ihr erhält man viele Rabatte in beispielsweise Museen und was das allerbeste ist, ohne nachzudenken kann man kreuz und quer durch die Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Wäre eine U-Bahn unangenehm voll gewesen, hätten wir einfach auf dem Bahnsteig stehen bleiben und auf die nächste, hoffentlich leerere Bahn warten können; die Wartezeiten wären nie länger als 10 Minuten gewesen.
Das ist wie ich finde ein großer großer Vorteil. Abhängig von der jeweiligen Tagesform und vielen weiteren Faktoren ist es nicht immer möglich, eng an eng in einem schlecht klimatisierten Öffentlichen Verkehrsmittel zu reisen.

An kulturellen Sehenswürdigkeiten kommt man in Wien wirklich auf seine Kosten!

Bitte genug Zeit einplanen, jede der Anlaufpunkte, die ich besuchte, war es wert eingehend betrachtet und genossen zu werden. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Wenn ich mich auch in diesem Punkt in mein Familienmitglied heineinversetze, finde ich es wichtig einige Punkte hervorzuheben und anzuschneiden:

Das Sissi-Museum ist in einigen Bereichen dunkel gehalten, schummrig und gleichzeitig auch recht eng. Ein sehr großer Andrang an Touristen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde besteht, wer Probleme mit vielen unterschiedlichen und lauten Sprachen hat, sollte schauen, dass er Ohrstöpsel oder ähnliches dabei hat.

Am Eingang des Museums konnten wir uns entscheiden, ob wir einen Rekorder in ca. Handygröße nehmen möchten, der uns Informationen zu den Exponaten erzählt, oder zwei Flyer, in denen die Informationen ausführlich beschrieben werden. Da wir beide den Flyer genommen haben, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ob es einen Unterschied zwischen den vermittelten Informationen gab.
Aus hygienischen Gründen ist der Flyer wirklich praktisch gewesen.

Auch ergeht es mir oft so, dass ich von dem Gehörten nicht alles aufnehme, die geschriebenen Informationenn jedoch, konnte ich während meines Aufenthalts im Sissi-Museum immer wieder nachlesen und auch miteinander vergleichen, zurückblättern und zum Schluss sogar mit nach hause nehmen. Das einzig problematische waren hier wieder die dunkel gehaltenen Abschnitte des Museums, die ein Lesen der Flyer in diesem Abschnitt schwer möglich machten, da es stellenweise einfach zu dunkel war.

Auf dem Areal um die Hofburg herum und in Teilen der Innenstadt kann es teilweise recht streng riechen, mal mehr mal weniger, da sich dort die Route der Pferdekutschen entlangzieht und die Tiere ihre Geschäfte unterwegs machen. Für geruchsempfindliche Menschen eine essentielle Information wie ich finde.

Die Wiener erlebte ich als sehr hilfsbereit.
Manche sprachen mit mehr, manche mit weniger starkem Einschlag, sodass wir uns teilweise sehr konzentrieren mussten, um die Wiener, gerade bei schnellerer Geschwindigkeit, verstehen zu können. Auch dies ein Aspekt, der berücksichtigt werden sollte, bevor eine Reise nach Wien angetreten wird.

Für mich war es kein Problem, doch wie ich mein Familienmitglied einschätzen würde, würde es ihm schwer fallen, bespielsweise das Tortenstück selber auszusuchen.
Worte wie „Kassa“ oder „Schlagobert“ würden es völlig aus dem Konzept bringen.
Kein unüberwindbares Hindernis, jedoch ein Punkt, der für den einen oder anderen vielleicht wichtig sein kann.

Sehr positiv aufgefallen ist mir das Schloss Schönbrunn.
Das weitläufige Areal bietet viele tolle Sitzgelegenheiten, die es einem ermöglichen, sich trotz der immensen Menschenmassen einen Augenblick auf eine ruhige Bank zurückziehen zu können.

Allerdings möchte ich auch an dieser Stelle auf etwas hinweisen:
Überall stehen Schilder, die mit einer einfachen Symbolik zu verstehen geben wollen, das Betreten der Grünflächen ist verboten. Und überall sieht man die unterschiedlichsten Menschen, in unserem Fall vorwiegend asiatische Touristengruppen, die diese Verbote gerne übersehen haben. Wer also seine Wienreise antritt, mit einer Begleitperson, der Verbote und das Einhalten von Regeln ganz besonders wichtig ist, sollte denjenigen vielleicht im Vorfeld schon einmal in Ruhe darauf vorbereiten, dass es sein kann, dass jemand sie tatsächlich übertritt. Sonst fließen vielleicht Tränen, ist Verwirrung, Ungläubigkeit und/ oder Wut die Folge wie „dumm“ manche Menschen sind.
Diese Tatsache ist wirklich nicht zu verachten!
Mich machte sie sehr wütend und ich musste an mich halten, nicht zu den Menschen hinüber zu gehen um sie möglichst freundlich und auf englisch auf das bestehende Verbot hinzuweisen.
Meinen Blick davon abwenden konnte ich auch nicht so recht. Denn diese Verbotsschilder stehen dort doch nicht umsonst, wenn jeder der Besucher so ignorent wäre, würden die Grünlanlagen bald nicht mehr so schön aussehen, wie sie es momentan noch tun!

Was den Besucherandrang in den Museen betrifft hatten wir wirklich Glück gehabt.
Ich weiß nicht, ob es vielleicht an den gut gewählten Uhrzeiten lag oder daran, dass wir in der Nebensaison verreist sind. Einzig im Sissi-Museum sind mir meine Mitbesucher manchmal unangenehm gewesen, da das Museum wie gesagt, an manchen Stellen recht eng konzipiert ist.

Das Naturhistorische Museum besuchten wir am Montag, es war angenehm leer, was es uns ermöglichte die Räume und Exponate ganz in Ruhe betrachten zu können.

Die Albertina war wie erwartet gut besucht, die Massen verliefen sich jedoch, nachdem wir den Teil der Munch-Ausstellung durchlaufen hatten und die anderen Austellungsräume konnten wir wieder ganz in Ruhe und ohne großes Gedränge genießen.

Wien, ich komme wieder!

Lange halte ich es nicht ohne dich aus.

PS: Wenn es euch interessiert, kann ich noch weitere Reise- und Erfahrungsberichte in dieser Art verfassen, beispielsweise von unserer Kreuzfahrt, die wir Anfang des Jahres unternahmen und bei der es einige Besonderheiten zu beachten gab.

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6 Gedanken zu “Wien, du warst wunderbar!

  1. Toll, danke dir für den schönen Reisebericht! Ich war noch nie in Wien und sollte unbedingt hin. : ) Wie heißt das tolle Bild vor dem du stehst? (das erste in deinem Beitrag) – vielleicht erinnerst du dich ja an den Maler oder den Titel.. Liebe Grüße, Lina

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