Asperger und … Ironie

Ironie ist eine spannende Sache.
Es gibt sie in vielfältiger und unterschiedlichster Weise.

Die Ironie, die man in einem engen Kreis von Menschen pflegt. Insider, die einander bekannt sind und über die es immer wieder schön ist zu lachen.

Ironie, die in Sarkasmus übergreift, die einen verletzenden Unterton haben kann und Zweifel hinterlässt.
Fragezeichen in einem, ob diese Aussage jetzt vielleicht berechtigt war.

Ist es ironisch, wenn ich jemandem ein Kompliment mache, weil ich weiß, dass er es gerne hören würde und sich darüber freut, auch wenn ich es nicht so meine?

Vielleicht schmunzel ich darüber, meine es also nicht hundertprozentig ernst, doch mein Gegenüber freut sich ja darüber.

Ist Ironie lügen?

Ist Ironie eine Form von Humor?

Ist Ironie, also Humor auf den Kosten anderer, dann noch Humor?

Darf man lachen, wenn sich ein anderer vielleicht verletzt fühlt, es aber versucht nicht zu zeigen?

Versteht mich nicht falsch, ich glaube ich weiß was Ironie ist.

Ich kann sie sogar im Alltag und auch im Zusammenleben mit meinem Mitmenschen anwenden.

Dennoch finde ich es wichtig, auf diesen Aspekt unserer sozialen Kommunikation und Interaktion aufmerksam zu machen.

Oft meinen wir etwas ironisch und gehen davon aus, unser Gegenüber versteht schon was und wie wir es meinen.

Doch dem ist nicht immer so.
Wir gehen von Tatsachen aus, die wir im Vorfeld nicht (immer) überprüfen können.

Viele Menschen aus dem Autismusspektrum verstehen keine Ironie. Bzw. verstehen sie anders.

Sie interpretieren die Aussage, so, wie sie eben gesagt worden ist.

Dadurch gelten sie leicht als gutgläubig.
„Mensch Anna, es macht so Spaß dich zu veräppeln, weil du so naiv bist und immer alles glaubst.“

Manchmal wird man auch als dümmlich oder schwer von Capé dargestellt.
Ist schließlich eine gängige Redensart und die müsste man doch kennen. Und dementsprechend richtig deuten.

Manchmal können wir uns auf den Schlips getreten fühlen.
Verwirrt sein, warum jemand etwas sagt, was eigentlich dem völligen Gegenteil entspricht.

Warum ist das dann lustig?

Und ist das immer lustig, wenn ich einfach das Gegenteil von dem Vorherrschenden sage?

Wenn nein, warum nicht?

Und ab wann ist es dann lustig?

Wie merke ich, ab wann Ironie angebracht ist?

Und wann ist Ironie eigentlich Ironie?

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2 Gedanken zu “Asperger und … Ironie

    1. Das stimmt, das kann ich auch gut nachvollziehen.
      Kommunikation ist wirklich eine spannende und individuelle Sache. In meiner Familie sagen wir manchmal wenn ein Missverständnis droht: „Mooment, ich übersetze..“ und versuchen dann dem anderen verständlich zu machen was genau gemeint war.

      Gefällt 1 Person

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