Emphatie

Bei diesem Thema muss ich ganz klar zwischen meinem jungen Ich und meinem erwachsenen, jetzigen, Ich unterscheiden.

Früher war ich ein stilles Mädchen, das lieb, höflich und ruhig war. Ich war kein Nein-Sager. Meist lächelte ich auf Fragen nur und antwortete gar nichts. Ich fiel nicht auf. Eckte nicht an. Und gestaltete mir mein Leben dadurch, so einfach wie möglich.

Ab einem gewissen Alter fing ich an, meine Meinung kundzutun. Anfangs nur in einem kleinen Rahmen, in meinem Freundeskreis oder bei meiner Familie. Nach und nach wurde ich selbstbewusster. Und dominanter.

Ich empfinde Emphatie. Auch für fremde Menschen. Allerdings kann ich sehr gut trennen. Zwischen Menschen und Dingen, die mich weiter bringen und derer, die mich runterziehen. Ich brauche keinen seelischen Ballast in meinem Leben. Und wenn du mich belastet, mich ausnutzt oder mich zumüllst, dann streiche ich dich aus meinem Leben. Dann interessierst du mich nicht und ich kann einen ganz klaren Schlussstrich ziehen. Ich stehe für mich ein. Denn ich bin mir eine Rechenschaft in meinem Leben schuldig, dass ich mich gut um mich kümmere.

Dies trage ich nicht auf den Schultern anderer Menschen aus. Ich würde nichts absichtlich tun, mit dem ich Menschen schaden würde. Doch gleichzeitig lasse ich nichts zu, was mir schadet. Es muss sich niemand auf meinen Kosten sein Selbstvertrauen aufbauen. Oder Zuspruch bekommen, der nicht angemessen ist. Ich mache kein goßes Buh buh daraus, wenn es sich jemand selber verbockt hat.

Ich unterstütze gerne. Meine engsten Freunde wissen, dass ich eine loyale und treue Person bin, die sehr viel Wert auf Freundschaften legt. Die sich kümmert und sich regelmäßig meldet. Mit Menschen, die mir wichtig sind gehe ich durch dick und dünn. Allerdings trenne ich ganz klar zwischen diesem engen Kreis. Und allen anderen.

Ich weine bei Filmen. Ich weine, wenn in dem Wald neben unserer Straße Bäume gefällt werden und wenn ich traurige Nachrichten lese/ sehe. Ich weine vor Freude. Auch wenn ich mich für jemanden anderen freue. Ich liebe es Menschen zu beschenken. Dem Moment der Geschenkübergabe fiebere ich mindestens genauso hin, wie dem Moment ein Geschenk zu bekommen. Vor allem liebe ich es, meine Geschenke selber herzustellen und meine ganze Liebe in den Herstellungsprozess mit einfließen zu lassen.

Wenn Du ein Problem hast, kann ich mich sehr gut hineinversetzen. Ich kann dir zuhören und dir, nach bestem Wissen und Gewissen, meine Empfindungen dazu mitteilen. Aber: Ich fühle dein Problem dann nicht. Ich weigere mich, dies zu tun. Fremde Empfindungen möchte ich nicht übernehmen. Jeder Mensch  muss seine Dinge selber klären und mit sich ins Reine kommen. Was hilft es mir, wenn ich deine Probleme mit nach hause nehme und wegen ihnen wach liege? Gar nichts.

Bei meiner Familie und meinen Freunden ist dies etwas anderes. Ich finde es aber auch wichtig, trennen zu können;

Zwischen meinen Gefühlen und Empfindungen, und deren anderer.

Zwischen  meinen Ängsten und die der Anderen.

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